
Wie alles begann...
Mit viel Mühe haben die ab dem 13. Jahrhundert eingewanderten Walser unser karges Bergtal nutzbar gemacht. Mit primitiven Werkzeugen begannen sie mit Roden und Schwenden der meist stark verbuschten und bewaldeten Bergwiesen. Lawinen im Winter und Murgänge im Sommer erschwerten Ihre Bemühungen zusätzlich. Im Laufe der Jahrhunderte gelang es ihnen von der Talsohle auf ca. 1400 m.ü.M. bis weit über die Waldgrenze hinauf alles zu bewirtschaften oder zu beweiden, was irgend etwas hergab. Als Wohnraum errichteten die Walser einfache Häuser aus Rundholzstrick. Die Ställe, von denen jedes Heimwesen mehrere hatte, bestanden aus einem Viehstall und einem darüber liegenden Heustock. Meistens kamen noch Alpställe und Alphütten dazu, sowie oft weit verstreute Bergmäder.
Im südlichen Teil der Landschaft Davos wurde von den Walsern seit ihrer Besiedlung auch Ackerbau betrieben. Die Spiicher, von denen es heute noch etwa 30 gibt, wurden zur Trocknung und Lagerung des Getreides benutzt. Sie sind imposante Zeugen der Herkunft der Einwanderer aus dem Oberwallis. Diese Getreidespiicher stehen meist auf vier oder sechs Stelzen, die etwa 1m hoch sind. Da flache Steine in unserer Umgebung nicht zur Hand waren, fehlen die für das Wallis typischen Mäuseplatten. Stattdessen übernahmen hier breite Tragbalken, die mit genau ausgehauenen Bodenfälzen mit den Holzbeinen verbunden sind, diese Funktion. Diesen ganz speziellen Bauten begegnet man ausserhalb des Oberwallis nur in der Tessiner Gemeinde Bosco Gurin und eben im südlichen Teil der Landschaft Davos.
Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft nach dem 2. Weltkrieg veränderte sich auch die Bewirtschaftung in unserem Hochtal. Das Futter wurde vermehrt zum Hauptstall in der Siedlung gebracht und der Ackerbau verschwand in kurzer Zeit fast gänzlich. Die nicht mehr benutzten Ställe und Spiicher prägen aber immer noch die Ortsbilder unserer Umgebung und machen sie unverwechselbar. Diese Gebäude sind über das ganze Gebiet der Landschaft Davos verstreut. Wir begegnen ihnen in der Nähe von Einzelhöfen, in Dorfnähe, auf Waldlichtungen, Alpen und in Heubergen.
Beim genauen Hinsehen stellt man fest, dass viele dieser Gebäude nur noch Zeugen der Vergangenheit sind. Sie stehen schon Jahrzehnte lang leer und sind funktionslos geworden. Trotzdem gehören sie unverändert zur Kulturlandschaft. Für viele dieser teils mehrere Jahrhunderte alten Ställe kommt jede Hilfe zu spät. Wenn das Dach einmal rinnt, ist das ganze Gebäude in kurzer Zeit angefault und kann nicht mehr erhalten werden.
Gründung Verein
Der 1999 gegründete Verein zur Erhaltung und Instandstellung alter Walserbauten in Davos hat sich zum Ziel gesetzt, solche historisch wertvollen Gebäude zu erhalten.
In den vergangenen Jahren hat der Verein erfolgreich neun baulich interessante Gebäude in ihrer Substanz saniert und mit handgespaltenen Lärchenschindeln aus der Region Davos neu eingedeckt. Einige der realisierten Projekte werden regelmässig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Damit es uns gelingt, weitere Zeitzeugen zu erhalten, sind wir auf eine breite Unterstützung für unsere Vorhaben angewiesen.